Modul 02

Echte Fragen recherchieren

Kurz erklärt

Gute Themen entstehen aus konkreten Aufgaben, Fragen und Unsicherheiten realer Menschen. Statt nur einzelne Keywords zu sammeln, werden Gesprächsfragen, Supportfälle und Suchdaten nach Nutzerintention gruppiert und nach ihrem tatsächlichen Nutzen priorisiert.

60–90 Min. inkl. AufgabePraxis

Gute Wissensinhalte beginnen nicht beim Schreibprogramm, sondern bei den Fragen, Entscheidungen und Unsicherheiten realer Menschen.

Substanziell menschlich geprüft · Stand:

Von Keywords zu Aufgaben

Ein einzelnes Suchwort verrät wenig über die Absicht. Die Frage „Was kostet eine Beratung?“ enthält dagegen ein Informationsbedürfnis, mögliche Einwände und einen nächsten Schritt. Ordne Fragen nach Aufgabe:

VerstehenWas ist das? Für wen eignet es sich?
VergleichenWelche Unterschiede und Kriterien zählen?
PlanenWie läuft es ab? Was wird benötigt?
EntscheidenWas kostet es? Welche Risiken bestehen?

Fünf ergiebige Quellen

  1. Kundengespräche: Fragen direkt nach dem Erstkontakt notieren.
  2. E-Mail und Support: Wiederkehrende Unklarheiten anonymisiert clustern.
  3. Suchdaten: Suchanfragen und Landingpages in Analysewerkzeugen prüfen.
  4. Vertrieb und Beratung: Einwände, Vergleichsfragen und Missverständnisse sammeln.
  5. Eigene Website-Suche: Begriffe untersuchen, die Besucher intern verwenden.

Praxisbeispiel: aus Gesprächen wird ein Themenplan

Beispiel 1 · Büroreinigung

Aus fünf Rohfragen entsteht ein brauchbarer Fragencluster

RohfrageAufgabeMögliche Inhaltsseite
„Muss während der Reinigung jemand im Büro sein?“PlanenAblauf und Schlüsselübergabe
„Was kostet die wöchentliche Reinigung?“EntscheidenPreisfaktoren mit Rechenbeispiel
„Sind Fenster dabei?“VergleichenLeistungsumfang und Zusatzarbeiten
„Welche Mittel werden verwendet?“VerstehenMaterialien, Allergien und Umwelt
„Sind die eingesetzten Mitarbeiter versichert?“VerstehenQualifikation, Versicherung und Haftung

Die wiederkehrende Frage zum Preis bekommt Priorität, wenn dafür eigene Erfahrungswerte und klare Einflussfaktoren vorliegen. Eine seltene Allergiefrage kann trotzdem wichtig sein, wenn sie über die Beauftragung entscheidet.

Beispiel 2 · Weiterbildung: Statt nur das Keyword „Excel-Kurs“ zu notieren, werden echte Aufgaben gesammelt: „Wie viele Termine braucht ein Anfängerteam?“, „Arbeiten wir mit eigenen Dateien?“ und „Kann der Kurs remote stattfinden?“ Daraus entstehen deutlich konkretere Seiten.

Fragen priorisieren

Bewerte jede Frage von 0 bis 2 in vier Dimensionen: Häufigkeit, Entscheidungsrelevanz, vorhandene Expertise und Aktualisierungsrisiko. Das Aktualisierungsrisiko wird abgezogen, weil häufige Änderungen laufenden Pflegeaufwand erzeugen. Werte ab 4 sind ein sinnvoller Startpunkt – sofern die Frage fachlich belastbar beantwortet werden kann.

PrioritätHäufigkeit + Entscheidungsrelevanz + Expertise − Aktualisierungsrisiko

Offizielle Grundlagen dieses Moduls

Arbeitsauftrag

Jetzt anwenden

Sammle mindestens 20 reale Fragen. Gruppiere sie in Verstehen, Vergleichen, Planen und Entscheiden. Wähle anschließend fünf Fragen für die erste Inhaltsrunde aus.

Kurztest

Welche Quelle liefert meist die belastbarste Grundlage für ein Frageninventar?